Rufen Sie uns an: 09 851 – 55 44 95

Ihre Zahnärzte in Dinkelsbühl

Was versteht man unter einem Implantat und wann benötige ich es?

Mit einem Implantat kann Zahnersatz direkt im Kiefer verwurzelt werden. Das dabei benutzte Titan überzeugt sowohl durch seine große Härte und Beständigkeit, wie auch durch seine Gewebefreundlichkeit. Der Knochen kann unmittelbar mit dem Implantat eins werden, ohne störenden Zwischenbereich und ohne, dass es zu Abstoßungserscheinungen oder allergischen Reaktionen kommt.

Mit Implantaten können neben einzelnen Zähnen auch ganze Zahnreihen mittels vier oder sechs im Kiefer befestigter Implantatsschrauben fest eingesetzt werden. Auf diese Weise besteht auch für Menschen, die Probleme mit schlecht sitzenden Ober- bzw. Unterkieferprothesen haben, wieder die Möglichkeit, fest sitzende Zähne zu zu erhalten.

 

Voraussetzungen für das Einsetzen von Implantaten

Ein gesunder Patient

Unter Berücksichtigung der gesamtkörperlichen Verfassung ist der Einsatz eines Implantates prinzipiell bei jedem gesunden Patienten mit abgeschlossenem Kieferwachstum möglich. Dies ist in der Regel mit 17 Jahren der Fall. Bei entsprechender gesundheitlicher Verfassung gibt es auch nach oben hin keine Altersgrenze.
Vor dem Einsatz der Implantate steht natürlich neben der Erhebung einer Anamnese die gewissenhafte Diagnostik und Planung.

Grundvoraussetzungen, die der Patient mitbringen muss

  • Gute Mundhygiene
  • keine unbehandelte Karies
  • Eventuell behandelte Parodontitis
  • Abgeschlossenes Kieferwachstum
  • Normale körperliche Verfassung

Voraussetzungen im Mundbereich

  • Ein sowohl in der Menge (Quantität) und Beschaffenheit (Qualität) ausreichender Knochen. Der Mediziner spricht von Knochenquantität und Knochenqualität.
  • Solange die Möglichkeit besteht, Kieferknochen wieder aufzubauen, ist auch das Fehlen von Kieferknochen kein absolutes Ausschlusskriterium.
  • Es darf keine Gefahr für umliegende anatomische Strukturen (Nerven Blutgefäße) vorhanden sein.

 

Was geschieht während der Einsetzung des Implantats?

Erstellung der Anamnese

Um einen Überblick über den allgemeinen gesundheitlichen Zustand des Patienten zu bekommen, wird zu Anfang die Anamnese durchgeführt. Diese systematische Erfassung der Krankheitsgeschichte ist der erste Schritt auf dem Weg zu einem erfolgreich eingebrachten Implantat.

Klinische Untersuchung des Mundbereichs

Es folgt die Aufnahme des klinischen Befundes – mit einfachen Worten die Untersuchung der momentanen Mundsituation.

  • Zahn und Lückensituation
  • Karieserkrankungen
  • Zustand von Füllungen
  • Untersuchung aufParodontose
  • Entzündungen im Mundbereich
  • Kieferrelation (Zuordnung des Oberkiefers zum Unterkiefer)

Aktuelles Röntgenbild – radiologische Untersuchung

Zusätzlich ist die Auswertung von aktuellen Röntgenbildern (idealerweise nicht älter als 6 Monate) vonnöten, falls diese nicht vorliegen, müssen neue Aufnahmen angefertigt werden. Meist wird eine so genannte Übersichtsaufnahme (OPG = Ortho-Panthomo-Gramm) angefertigt. Als Ergebnis dieser Untersuchungen kann man sagen, welche Menge an benutzbarem Knochen primär, also zur Zeit erst einmal, vorhanden ist, um dem Implantat einen sicheren Halt geben zu können.

Wie wird ein Implantat im Kiefer befestigt?

Das Einsetzen, oder, wie der Fachmann sagt, das "Inserieren" des Implantates ist in der Regel ein kleiner zahnärztlich-chirurgischer Eingriff, der bei einem einzelnen Implantat kaum länger als eine knappe halbe Stunde dauert.
Für gewöhnlich wird die Operation in lokaler Betäubung durchgeführt, bei umfangreicheren Behandlungen kann Einzelfällen der Eingriff auch im Dämmerschlaf (Sedierung) oder aber einer Vollnarkose stattfinden.

Offen oder geschlossen?

Wenn das Implantat eingesetzt ist, wird der Wundbereich wieder verschlossen. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Möglichkeiten.

Offene Einheilung:
Das Zahnfleisch wird nicht wieder komplett vernäht. Stattdessen ragt die Implantatsschulter durch die Schleimhaut hindurch. Dies hat den Vorteil, dass kein zweiter Eingriff für das Freilegen des Implantates benötigt wird. Ein Nachteil für die Einheilung ergibt sich nicht. Es ist jedoch möglich, dass unter Umständen die dunkelfarbene, metallische Implantatschulter am Rand der Krone später zu sehen ist.

Geschlossene Einheilung:
Dem gegenüber steht die geschlossene Einheilung. Hierbei wird die Schleimhaut wieder über dem Implantat vernäht und das Implantat heilt sicher unter der Schleimhaut ein. Nachdem die Einheilphase beendet ist, was zwischen 4 und 6 Wochen dauern kann, wird das Implantat in einem kleinen Eingriff freigelegt. Zu diesem Zweck wird die Durchtrittsstelle durch die Schleimhaut geschaffen und im Folgenden eine sogenannte Einheilkappe aufgeschraubt. Je nach Dicke der Schleimhaut sitzt diese unterschiedlich hoch.

Vorteile von Implantaten

Die Natur als Vorbild

Die Natur dient als das ideale Vorbild, auch wenn es darum geht, einen fehlenden Zahn zu ersetzen. Im Laufe der Entwicklungsgeschichte hat sie für jedes Organ eine ideale Architektur entwickelt. Ein Implantat macht es möglich, diese zu imitieren und den fehlenden Zahn einschließlich Wurzel und Krone zu ersetzen, so dass der Zahnersatz genau die gleichen Aufgaben erfüllen kann wie dies zuvor der eigene Zahn getan hat.

Die Vorteile von Implantaten im Überblick

  • fehlende Zähne werden im Ganzen ersetzt, mitsamt Wurzel und Krone
  • sicherer Halt im Kieferknochen
  • indem die Kaukraft in den Kieferknochen weitergeleitet wird, tragen Implantate zum Erhalt des Kieferknochens bei (knochenprotektive Wirkung)
  • kein Verlust von Zahnsubstanz durch das Beschleifen umliegender Zähne, wie dies bei Brücken der Fall ist
    ästhetisch optimaler natürlicher Zahnersatz
  • Erhaltung der normalen hygienefähigen Bedingungen (keine Schmutznieschen durch Kronenränder und Brückengliedern)
  • vollständige Wiederherstellung von Ästhetik, Kaufunktion und Sprachfunktion, daher optimales Lebensgefühl durch Zahnersatz mit Implantaten
  • keine störenden Druckstellen und unsicherer Halt wie bei konventionellen herausnehmbaren Prothesen

 

Unter welchen Umständen ist der Einsatz eines Implantats für Sie nicht zu empfehlen?

  • Nach Strahlungsbehandlung des Kieferknochenbereiches – Implantate können unter stationären Verhältnissen auch in bestrahlte Kieferknochenabschnitte eingebracht werden, allerdings sollte dies spezialisierten Unikliniken vorbehalten sein, die umfangreiche Erfahrungen mit bestrahlten Kiefern vorweisen können. Bestrahlte Kiefer gehören nicht in die Zahnarztpraxis!
  • Wenn Bisphosphonate eingenommen werden (Bisphosphonate werden zur Behandlung von Knochenschwund (Osteroporose) sowie zur Verhütung von Knochenmetastasen bei Tumorpatienten eingesetzt.)
  • Bei Chemotherapie

Welche anderen Möglichkeiten für Zahnersatz existieren?

Um neue Zähne im Kiefer zu befestigen, existieren alternativ zu Implantaten die traditionellen Methoden:

  • eine festsitzende Brücke,
  • eine herausnehmbare Teil- oder Vollprothese
  • oder eine Mischung aus beiden Möglichkeiten.

Besteht nur eine kleine Zahnlücke, benutzt man in der Regel eine Brückenversorgung. Größere Zahnlücken und sogenannte Freiendsituationen, d.h. wenn zum Beispiel die Backenzähne fehlen, werden mit Prothesen versorgt und geschlossen.

Nachteile der herkömmlichen Versorgungen

Allerdings hat der Einsatz von Brücken Brücken und Prothesen diverse Nachteile im Vergleich zur Versorgung mit Implantaten.

  • Fehlende Zähne durch Brücken zu ersetzen, bedeutet auch Nachbarzähne zu beschleifen, selbst wenn sie an sich keine Mängel aufweisen.
  • Es wird nicht der vollständige Zahn ersetzt, sondern lediglich die Krone. Das heißt, etwa 2/3 des fehlenden Zahnes werden gar nicht ersetzt.
  • Daher baut sich auch der Kieferknochen immer mehr ab, weil keine Weiterleitung von funktionell erhaltenden Reizen in den Knochen mehr stattfindet.
  • Bei herausnehmbaren Prothesen verschlechtert sich immer mehr der Sitz, da sich der Knochen unter der Prothese immer stärker abbaut.
  • Schlecht sitzende Prothese können Druckstellen herbeiführen, die äußerst schmerzhaft sind und außerdem durch ungünstige Belastung des Knochens den zunehmenden Verlust an Kieferknochensubstanz beschleunigen.
  • Durch Knochenschwund verliert das Gesicht auch eine wichtige Stütze für Weichgewebe. Dies kann zu eingefallenen Lippen und einem eingefallenen Gesicht führen und bedeutet damit eine funktionelle und ästhetische Beeinträchtigung.

Bestehen Risiken beim Einsatz von Implantaten?

Wie jede Operation ist auch der Einsatz von Implantaten mit gewissen, zumeist theoretischen Risiken behaftet. Während des Eingriffes kann es in sehr seltenen Fällen zu einer unbeabsichtigten Schädigung von Nerven oder umliegenden Zähnen kommen.
Im späteren Verlauf auftretende Infektionen können Knochenschwund auslösen und den Verlust des Implantates herbeiführen.

Durch bestimmte Risikofaktoren steigert sich die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen. Dazu gehören vor allem Tabakkonsum sowie eine mangelhafte Mundhygiene, aber auch Zuckerkrankheit sowie ein geschwächtes körpereigenes Abwehrsystem.

Kann ich mir ein Implantat leisten?

Implantatsplanungen sind so individuell wie die Menschen selbst! Daher ist es nicht möglich, konkrete Kostenangaben zu machen. Um jedoch eine ungefähre Vorstellung von den anfallenden Kosten zu erlangen, können Angaben zu Standardfällen gemacht werden.

Für einen fehlenden Zahn belaufen sich die Gesamtkosten, ohne Knochenaufbau, auf etwa 1700-2500 Euro.

Sind knochenaufbauende Maßnahmen nötig, so erhöhen sich die Gesamtkosten pro Zahn auf bis zu 3500 Euro.

Welchen Kostenanteil übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen?

Seit 2005 gilt für gesetzlich versicherte Patienten das sogenannte Festkostenzuschuss-System. Dieses System klassifiziert bestimmte Lückengebiss-Situationen und zahlt einen festen Zuschuss für eine Standardversorgung. Der Zuschussbetrag ist dabei auch abhängig vom jeweiligen Bonus (ausgefülltes Bonusheft) des Patienten.

Ein Beispiel:
Fehlt ein Schneidezahn, so beträgt der Festkostenzuschuss bei vollem Bonus 523,52 €. Zieht man diesen Betrag von den oben genannten Gesamtkosten ab, so erhält man den Eigenanteil des Patienten. Somit verbleibt bei beispielhaften Gesamtkosten von 2000 € ein Eigenanteil von 1476,48 €.

Eine zunehmende Anzahl gesetzlich versicherter Patienten schließen vorsorglich private Zahn-Zusatzversicherungen ab, um die Restkosten zu minimieren.

Wie viel bezahlen die Privatversicherungen?

Von privaten Versicherern werden, abhängig vom gewählten Zahntarif, zwischen 50 und 100 % der Gesamtkosten übernommen. Da aber mit jedem Kunden individuelle private Verträge abgeschlossen werden und darüber hinaus eine Differenzierung zwischen den Honorarkosten für den Zahnarzt und den Laborkosten, mit teils unterschiedlichen prozentualen Kostenübernahmeanteilen, stattfindet, kann keine pauschale Aussage getroffen werden.
Es empfiehlt sich auf jeden Fall, bei der Versicherung vor der Behandlung einen ausführlichen Kostenvoranschlag einzureichen, so dass hinterher keine unangenehmen Überraschungen auftreten.